TOC Anwenderkonferenz 2022 - Rückblick
Leverage Business: Wachstum und Nachhaltigkeit durch TOC
Im Fokus der Veranstaltung standen praxiserprobte Strategien, um durch die Theory of Constraints (TOC) Durchlaufzeiten zu verkürzen, schädliches Multitasking zu reduzieren und Unternehmen in Zeiten von globalen Lieferketten-Disruptionen robuster und agiler aufzustellen.
Eindrücke und Highlights
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Leverage Business
TOC für Wachstum und Nachhaltigkeit
Keynote von Uwe Techt – Geschäftsführer VISTEM GmbH & Co. KG
In seiner impulsgebenden Keynote mahnt Uwe Techt, dass die stark begrenzte Management-Aufmerksamkeit der ultimative Engpass jedes Unternehmens ist und nicht in irrelevanten Planungsdetails verschwendet werden darf. Er fordert Führungskräfte dazu auf, sich strikt auf den Aufbau eines messbaren Wettbewerbsvorsprungs zu konzentrieren, um lukratives Geschäft zu generieren und nachhaltig zu florieren, ohne die Organisation zu überlasten.
Kürzere Durchlaufzeiten und weniger Stress
Ein Erfahrungsbericht über die Optimierung von Engpässen
Tim Stern – Basler Kantonalbank - Inhouse Consultant, Project Manager, Project Portfolio Support
Tim Stern reflektiert über seine persönlichen Erfahrungen im Anlagenbau bei Chemspeed Technologies, wo chronische Überlastung am Auslastungslimit und ständige Projektverzögerungen den Alltag prägten. Er zeigt auf, wie durch ein Umdenken gemäß der TOC-Prinzipien das Management von Abhängigkeiten und Schwankungen verbessert wurde, um Projekte letztendlich mit weniger Stress und in kürzerer Zeit zum Erfolg zu führen.
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Fahrplan für nachhaltige Performancesteigerung
bei internen / strategischen Projekten
Simon Gmeiner - MEIKO Maschinenbau GmbH - Leiter Projektmanagement Office / Multi-Projektmanager Group Services
Simon Gmeiner präsentiert die Einführung eines Multiprojektmanagements (Projekt „STEP“) bei MEIKO, um chronisch überlastete Ressourcen und das unkoordinierte „Firefighting“ in Projekten zu beenden. Durch die Definition klarer Rollen, eine drastische Reduzierung von schädlichem Multitasking und fokussierte Abarbeitung nach klaren Prioritäten konnte das Unternehmen wieder beginnen, Projekte erfolgreich und professionell abzuschließen.
Einführung von CCPM @ CGAM
Was haben wir erreicht und welche Herausforderungen gibt es nach zwei Jahren CCPM Einführung?
Ronja Landbrecht - CARBOGEN AMCIS AG - Pipeline Managerin
Ronja Landbrecht berichtet über die erfolgreiche Reduzierung von Multitasking und die Verkürzung von extrem langen Durchlaufzeiten in der stark regulierten chemischen Verfahrensentwicklung mithilfe von CCPM. Sie beleuchtet zudem aktuelle und hartnäckige Hürden wie den sogenannten „Hefezopfeffekt“, bei dem sich Projekte unvorhersehbar aufblähen, was den dringenden Aufbau von verlässlichen Schutzkapazitäten erforderlich macht.
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Demand Driven MRP
TOC on Steroids
Christoph Lenhartz - Catena Strategies - Managing Director
Christoph Lenhartz stellt die leistungsstarke Methodik des Demand Driven MRP (DDMRP) vor, die durch strategisch platzierte Puffer den Materialfluss zuverlässig vor Marktschwankungen schützt. Anhand von diversen Fallbeispielen – von einem Schokoladenhersteller über Airbus-Zulieferer bis hin zur marokkanischen Covid-19-Impfkampagne – beweist er die durchschlagende Wirksamkeit der Methode zur Durchlaufzeitverkürzung und gleichzeitigen Bestandssenkung.
Unser Weg seit 2015
Dr. Dietmar Spanke - Endress+Hauser SE+Co. KG - Abteilungsleiter Projektmanagement
Dr. Spanke erläutert die überaus erfolgreiche Einführung von Critical Chain Project Management (CCPM) bei Endress+Hauser zur grundlegenden Optimierung der Messgeräteentwicklung. Durch diesen strukturellen Paradigmenwechsel konnte das Unternehmen den durchschnittlichen Projektverzug von katastrophalen 55 % auf 23 % halbieren und die Anzahl der fertiggestellten Projekte im gleichen Zeitraum sogar mehr als verdoppeln.
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Pipelining Prozess in der Entwicklung
Hans Artmann - Robert Bosch GmbH - Projektleiter für den Mixed Signal Asic Bereich / Querschnittsverantwortlicher für das LYNX Tool
Hans Artmann gibt einen detaillierten Einblick in den Software-gestützten Pipelining-Prozess der ASIC-Schaltungsentwicklung bei Bosch und wie dort große Projektportfolios gesteuert werden. Durch den Abgleich von "As Late As Possible"- und "As Soon As Possible"-Planungsansichten werden kritische Ressourcenbelastungen transparent gemacht, um dem Management eine fundierte Basis für Projektstarts und Kapazitätsanpassungen zu liefern.
Die Suche nach Fokus …
Theory of Constraints @ LINK
Ralf Mörler - LINK GmbH
Der Vortrag schildert die enormen organisatorischen Herausforderungen der LINK GmbH, die durch massives Marktwachstum und ineffiziente Planungen in ein regelrechtes Lieferchaos geriet. Mithilfe der Theory of Constraints (TOC) und Schulungen für die gesamte Belegschaft lernte das Unternehmen, physische und personelle Engpässe systematisch zu identifizieren und den Fokus für operative Verbesserungen völlig neu auszurichten.
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Critical Path Scheduling - How it contributes to late projects
Sanjeev Gupta - Realization Technologies - CEO
90 % der Projekte sind nicht wegen schlechter Planung oder fehlender Software verspätet, sondern weil klassische Critical-Path-Logik reale Unvollkommenheiten – Änderungen, Verzögerungen und Ressourcenengpässe – nicht robust beherrscht. Die Vielzahl möglicher Priorisierungsoptionen bei begrenzten Ressourcen macht kritische-Pfad-Scheduling weder effizient noch stabil. Der vorgeschlagene Ansatz „Focus and Finish“ bündelt Arbeit in klar definierten Integrations-Boxen, reduziert Multitasking, schützt den Projektfluss durch Puffer – und erzeugt so robustere, schnellere und steuerbare Projekte.
Dealing with Supply Chain Disruptions
Eli Schragenheim & Sanjeev Gupta
Lieferketten sind vor allem deshalb so schwer zu steuern, weil die zentrale Management-Herausforderung Unsicherheit ist – sowohl auf der Nachfrage- als auch auf der Versorgungsseite. Eli Schragenheim unterscheidet zwischen alltäglicher, erwartbarer Unsicherheit (die man mit sichtbaren Puffern und konsequentem Buffer-Management sehr gut beherrschen kann) und seltenen, massiven Disruptionen, bei denen plötzlich mehrere Engpässe gleichzeitig entstehen und die Fünf Fokusschritte „im Notfallmodus“ angewendet werden müssen (schnellster Engpass identifizieren, ggf. sofort elevieren, sonst Exploit/Subordinate, dann permanent neu identifizieren). Nach der Stabilisierung geht es darum, die neue Normalität (veränderte Märkte, Segmente, Volatilität) zu verstehen und Puffer, Lieferanten- und Produktmix entsprechend neu zu designen. Sanjeev Gupta betont zusätzlich, dass Krisen Chancen schaffen (neue Nachfrage, Re-Konfiguration von Supply Chains) und dass Unternehmen Puffer nicht primär durch „Just-in-Case“-Bestände, sondern durch besseren Flow (kürzere Durchlaufzeiten, weniger WIP, weniger Forecast-getriebene Produktion) „freisetzen“ und intelligent nutzen sollten.
VIDEO FEHLT NOCH